Sollte man das Zelt auf dem Festival abschließen?

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Wie ratsam ist es: Zelt abschließen auf dem Festival ja oder nein? Wir klären auf.

Leider kommt es auf Festivals immer wieder zu Diebstählen, meist durch organisierte Banden. Die Täter ziehen erfahrungsgemäß am ersten Abend los, weil sie damit rechnen, dass Besucher zu diesem Zeitpunkt noch das meiste Bargeld (z.B. für Merchandising) zusammen mit anderen Wertsachen nichts Böses ahnend im Zelt hinterlassen. Das Bewusstsein dafür nimmt erst zu, nachdem es die ersten Zelte getroffen hat.

Zelt abschließen mit einem Vorhängeschloss – Top oder Flop?

Festivalbesucher greifen gerne zum kleinen Vorhängeschloss oder Kofferschloss, das beide Reißverschlüsse des Zeltes sichert. Viele Veranstalter empfehlen dies auch auf ihren offiziellen Homepages. Problematisch ist, dass ein Schloss beim Ausspähen Aufmerksamkeit erregt. Der Täter weiß, dass sich niemand im Zelt befindet und sich ungestört umsehen kann. Zweitens schwingt die Neugier mit, was das Zelt für Schätze birgt. Im Worst Case findest du eine aufgeschlitzte Zeltplane vor. Ein solcher Materialschaden wiegt schwer, soll dich das Zelt doch die nächsten Tage vor Wind, Nässe und Insekten schützen. Eine notdürftige Reparatur mit Panzertape tröstet nicht unbedingt darüber hinweg.

Warum du dein Zelt auf einem Festival WIRKLICH sichern solltest:

Wenn du dein Zelt nicht irgendwie abschließt, läufst du Gefahr, dass sich ungebetene Gäste in dein Zelt verirren. Desorientierte Betrunkene beispielsweise, die aufgrund der vielen ähnlichen Zeltmodelle ihres mit deinem verwechseln. Deren mögliche Hinterlassenschaften möchte man lieber nicht in der Schlafkabine haben. (Wir ersparen dir an dieser Stelle Details. Wir wissen von Bekannten, die ihre Schlafsäcke in einem Atommülllager entsorgen mussten.)

Zelt abschließen mit Kabelbinder

Absolut Festival approved und der beste Kompromiss: ein Kabelbinder. Er lässt sich unauffällig an den Reißverschlüssen anbringen. Außerdem kann ein ohnehin mit Schneidewerkzeug ausgerüsteter Dieb noch abwägen, ob er die Zeltplane unversehrt lässt. Du siehst sofort, ob jemand im Zelt war, ohne dass dein Zelt beschädigt wurde. Wer betrunken von Zelt zu Zelt torkelt ist bestenfalls auch zu ungeduldig, sich mit dem Kabelbinder auseinanderzusetzen und zieht hoffentlich einfach weiter.

Merke: Wer entschlossen ist, in dein Zelt zu kommen, wird sich zweifelsfrei Zugang verschaffen. Du kannst lediglich versuchen, den Schaden einzugrenzen.

Überlege also zweimal, ob du deine gute Kamera, dein Tablet oder deine Blutooth-Lautsprecher wirklich mitnehmen musst. Der beste Schutz gegen Diebstahl ist keine Beute. Klingt blöd, ist aber so.

Außerdem verschwindet so einiges auf mysteriöse Weise im Bermudadreieck. Du bist erst ein richtiger Festivalero, wenn dir schon mindestens ein Campingstuhl geklaut wurde.

Protipp: Durch Personalisierung z.B. auffälliges Klebeband und groß geschriebene Namen mit einem farblich abgrenzenden Edding kann man dem etwas entgegenwirken.

Zelt sichern mit Chaos

Eine interessante Taktik, wie du dein Zelt vor Diebstahl schützt:
Nichts sagt mehr „Es war vor dir schon jemand hier, Bro!“ als pure Verwüstung. Ein scheinbar ausgeräumtes Portmonnaie (mit Centbeträgen, nutzlosen Kundenkarten, Organspendeausweis usw.), eine billige Handy- oder Tablethülle, offener Dosensafe…you get the idea! Bei einem Zelt, das durchwühlt und ausgenommen aussieht, verschwendet kein Dieb seine Zeit.

Wir hoffen, dass dir dieser Artikel gute Ansätze geben konnte, um eine Entscheidung zu treffen, mit der du und deine Freunde sich wohlfühlen.

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